Manche Jobs vergisst man nicht. Das hier war der erste.
Omloop Het Nieuwsblad – das Rennen, mit dem die belgische Saison so richtig losgeht – war mein allererstes WorldTour-Straßenrennen als Content Creator und mein erster Auftrag für Shimano. Fast jeder große Name stand auf der Startliste. Ich war, vorsichtig ausgedrückt, nervös.
Ich war mit einem Notizbuch voller Ideen angereist – kleine Dinge, die ich einfangen wollte, etwa Fahrer, die auf meinem Objektiv unterschreiben. Die Tage vor dem Rennen bestanden aus Teambesuchen und Bike-Checks: durch die Trucks laufen, ganz nah an die Maschinen herankommen, verstehen, wie jedes Team arbeitet. Und dann kam der Regen. Statt die Stimmung zu ruinieren, machte das Wetter sie erst perfekt – Räder voller Wassertropfen im grauen flämischen Licht. Wir haben die Räder im Nassen fotografiert, unsere Postcard-Serie umgesetzt, und alles hat einfach gepasst.
Der Renntag war noch mal etwas ganz anderes. Der Start fand in einer riesigen Halle statt – eine, in der sonst normalerweise Vieh steht –, leergeräumt und dem Radsport überlassen. Links und rechts reihten sich die Teambusse, alles eng und laut, Fans in jeder Lücke. Genau diese Nähe machte es aus: Die Atmosphäre war elektrisierend. Die Fahrer rollten los, ich hatte meine Bilder, und ich habe mir noch einen Moment mit den deutschen Jungs genommen – Nils Politt und Kim Heiduk –, um ihnen Glück zu wünschen. Nils wiederzusehen hat mir viel bedeutet; 2022 hatten wir zum ersten Mal zusammengearbeitet.
Von einem Klassiker lässt man sich nicht unterkriegen.
Dann verließ das Rennen die Stadt, und mein Tag wurde zur Verfolgungsjagd. Gent war komplett abgeriegelt. Mein erster Halt sollte ein Kopfsteinpflaster-Abschnitt sein, den ich vorher ausgekundschaftet hatte – angekommen bin ich dort nie. Eine halbe Stunde stand ich an einer Ampel, während das Rennen direkt vor mir vorbeirollte. Als ich endlich geparkt hatte und zur Stelle gesprintet war, waren die Fahrer schon weg. Das hat wehgetan.
Also zurück ins Auto und weiter zum nächsten Punkt – dem einen, der zufällig auf meiner Route lag. Und da kamen sie: die Spitzengruppe, ganz vorne Mathieu van der Poel. Ich hatte das Bild. Am Ende sollte er das Rennen gewinnen.
Für einen Saisonauftakt – und einen ersten Auftrag für Shimano – hätte ich mir nicht mehr wünschen können. Ein brutaler, wunderschöner belgischer Klassiker, ein Sieger auf Shimano und die leise Bestätigung, dass genau das die Arbeit ist, die ich machen will.











